Spezifische Immuntherapie

Spezifische Immuntherapie (SIT), Hyposensibilisierung/Desensibilisierung


Die spezifische Immuntherapie erfolgt immer noch am besten mit subcutanen (unter die Haut) Injektionen (Impfkur). Inzwischen gut belegt ist die sublinguale (unter die Zunge) Immuntherapie mit Tropfen, auch wenn Langzeitresultate noch ausstehen. Erst im experimentellen Stadium befindet sich die nasale und bronchiale Hyposensibilisierung.

Die Hyposensibilisierung kann als ursächliche Therapie verstanden werden. Bei Erfolg kann sie die Symptome der allergischen Reaktion stark reduzieren oder ganz beseitigen. Die Therapie sollte im Herbst nach der Allergiezeit beginnen. Dabei wird das relevante Allergen in langsam steigender Dosierung bis zur individuellen Erhaltungsdosis verabreicht. Dies wird gemacht, damit sich das Immunsystem an das Allergen langsam gewöhnt und keine allergische Abwehrreaktion mehr auslöst. Die Prozedur ist jährlich zu wiederholen. Die Hyposensibilisierung darf nur von einem Allergologen vorgenommen werden, da es in wenigen Fällen zu Komplikationen (allergischer Schock) mit der Notwendigkeit einer sofortigen Gegenmaßnahme kommen kann. Deshalb muss der Patient nach jeder verabreichten Spritze noch mindestens eine halbe Stunde zur Kontrolle in der Praxis oder in der Ambulanz bleiben.

Die sublinguale Therapie (unter die Zunge) wird mit Tropfen durchgeführt, die unter die Zunge getropft werden, dort 2 Minuten lang gehalten werden sollen und dann geschluckt werden. Die Therapie ist auch bei Kindern möglich. Grundsätzlich kann die Hyposensibilisierung bei Kindern ab 5 Jahren begonnen werden.

Empfehlungen der WHO zur Desensibilisierungstherapie


1. Voraussetzungen

Lassen Sie folgende Fragen abklären:

  • Ist die Allergie IgE-vermittelt?
  • Welche Symptome treten auf?
  • Kann eine Allergenbelastung vermieden werden?
  • Wie schwer ist die Erkrankung? Wie wirksam sind andere Therapien (Medikamente)?
  • Sind qualitativ hochwertige standardisierte Allergene verfügbar?
  • Wie lange dauert die Therapie wie hoch sind die Kosten?
  • Wie hoch sind die Risiken der Therapie?

2. Indikationen

Eine Desensibilisierung sollte versucht werden, wenn:

  • Antihistaminika und andere Mittel die Symptome nicht beseitigen
  • der Patient keine Arzneimittel nehmen möchte oder kann
  • eine Insektenstichallergie mit Gefahr des allergischen Schocks vorliegt

3. Kontraindikationen

Eine Desensibilisierung kann nicht durchgeführt werden bei:

  • bestehendem Immundefizit
  • schweren Erkrankungen
  • schweren psychischen Störungen
  • Therapie mit Betablockern (auch in Augentropfen)
  • schlechter Compliance (Patient macht Therapie nicht mit)
  • schwerem Asthma
  • Kindern unter 5 Jahren (Ausnahme: Insektenstichallergie)  

Anmerkung: Eine begonnene Desensibilisierung kann in der Schwangerschaft fortgesetzt werden.      

zurück  

nach oben
Suche:  
Downloads:
XHTML Valid CSS Valid WAI AAA Valid